Boulderwald
Blog · Outdoor Bouldern

Meine 8 Tipps für dein erstes Outdoor-Bouldern.

Von der Halle an den echten Fels: was sich ändert, was wichtig wird und was ich jedem sage, der zum ersten Mal draußen bouldert.

Daniel Dörr · DAV-Kletterbetreuer·Boulderwald
1

Crash Pad ist Pflicht, aber nicht immer deins

Das Wichtigste beim Outdoor-Bouldern ist ein gutes Crash Pad unter dem Problem. In der Halle denkt da niemand drüber nach. Draußen ist es deine Verantwortung.

Wenn du mit mir unterwegs bist, bringe ich Crash Pads mit. Wenn du alleine oder in eigener Gruppe fährst: Crash Pads kann man leihen (viele Klettershops in Ballungszentren bieten das an), oder du teilst dir das Gewicht mit Freunden.

Ein Pad reicht meistens nicht. Zwei sind ideal. Eins direkt unter dem Boulder, eins als Verlängerung für den Ausstieg.

2

Spotter ist kein Nice-to-have

Spotten bedeutet nicht auffangen, das schafft kein Mensch bei einem 4-Meter-Boulder. Es heißt: die Landezone frei halten, den Körper beim Fall lenken, verhindern, dass der Kopf auf einem Stein landet.

Lerne Spotten, bevor du draußen boulderst. Auf meinen Touren erkläre ich das immer als Erstes. Wenn du alleine anfängst: Schau dir Videos an, übe mit Freunden an niedrigen Moves und mach es dir zur Gewohnheit.

3

Lies die Topographie, nicht nur den Griff

In der Halle sagst du dir: 'gelber Griff, gelber Griff, gelber Griff.' Draußen gibt es keine Farben. Du liest den Fels: Struktur, Neigung, Reibung, Kanten.

Das ist das Schönste am Outdoor-Bouldern und das Schwierigste für Einsteiger. Mein Tipp: Fang mit niedrigen, übersichtlichen Problemen an. Schau dir die Linie von unten an, bevor du einsteigst. Und beobachte andere.

4

Kletterschuhe: enger als in der Halle

Auf Reibungsfels (Sandstein wie Fontainebleau, Gneis wie Odenwald) zählt Präzision. Dein Schuh muss exakt da liegen, wo du ihn hinstellst. Kein Spielraum, kein Schlackern.

Ich empfehle einen Schuh mindestens eine halbe Nummer kleiner als in der Halle, ideal eine ganze Nummer. Klingt schmerzhaft, ist beim Bouldern aber vertretbar, die Moves sind kurz.

5

Magnesia sparsam, besonders auf Sandstein

Magnesia hilft gegen Schweiß an den Händen. Aber auf Fontainebleau-Sandstein kann zu viel Magnesia die Reibung verschlechtern statt verbessern. Die natürliche Textur des Steins ist oft trockener und griffiger als du denkst.

Grundregel: erst ohne probieren, dann mit. Nicht automatisch chalken, bevor du einsteigst.

6

Wetter und Tageszeit machen den Unterschied

Reibungsklettern funktioniert am besten bei kühlen, trockenen Bedingungen. Fontainebleau im Oktober an einem klaren Morgen ist ein anderes Erlebnis als im August um 14 Uhr.

Meine Faustregel: morgens starten, wenn der Stein noch kühl ist. Wenn es nach Regen aussieht, lieber einen Tag warten. Feuchter Sandstein ist rutschig und gefährdet die Felsstruktur.

7

Nachhaltigkeit am Fels

Bouldergebiete stehen unter Beobachtung. Naturschutz, Kletterverbote, Zugangsrechte: Das ist politisch und fragil. Wir alle können dazu beitragen, dass die Gebiete offen bleiben.

Konkret: Parkplätze respektieren, keinen Müll hinterlassen, Magnesiareste mit Bürste entfernen, keine Pflanzen wegtreten. Und kauf lokal ein, wenn du in der Region bist. Das stärkt die Akzeptanz.

8

Mit Erfahrenen mitgehen, mindestens am Anfang

Klar, das klingt nach Werbung in eigener Sache. Stimmt aber: Zwei Tage mit jemandem, der Outdoor-Bouldern kennt, ersetzen Monate Selberlernen.

Ich nehme jeden Herbst und Frühling Gruppen mit nach Fontainebleau und in deutsche Boulderreviere. Das sind keine Anfängerkurse, sondern gemeinsames Bouldern mit Coaching für alle Level. Wenn du Interesse hast, melde dich einfach direkt bei mir.

Lieber direkt dabei sein statt lesen?

Ich nehme dich mit: nach Fontainebleau, in den Odenwald, in die Eifel. Alle Level willkommen.

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